Im Rahmen des StayConnected@HHU Programms besuchte Tanja Freichel das Labor des Davidson Colleges in North Carolina, USA

Tanja Freichel promoviert seit Juni 2015 am Institut für Organische und Makromolekulare Chemie der HHU in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Laura Hartmann.

Im Rahmen des StayConnected@HHU Programms von JUNO verbrachte Frau Freichel Anfang 2018 einen dreimonatigen Forschungsaufenthalt im Labor von der HHU Alumna Prof. Dr. Nicole Snyder am Davidson College in North Carolina, USA.

Am Davidson College hat Frau Freichel die mögliche Selektivität synthetischer Substanzen auf humanen Zellen getestet, um ihre Anwendbarbeit bei der Diagnostik und Therapie von Tumoren zu untersuchen.

Tanja Freichel, Foto: © Susana Mogollón

Sie haben sowohl Ihren Bachelor als auch Ihren Master in Chemie an der Goethe Universität Frankfurt abgeschlossen: Warum war für Sie die Arbeitsgruppe von Prof. Hartmann attraktiv bei der Wahl der Promotionsstelle?

Gerade da ich schon beide Abschlüsse in Frankfurt gemacht hatte, wollte ich für die Promotion einen Ortswechsel. Im Internet habe ich nach verschiedenen Stellen gesucht und die Ausschreibung von Prof. Laura Hartmann hat mich angesprochen. Ich habe mich darauf beworben und als ich zum Interview eingeladen wurde, konnte ich hier vor Ort die ganze Arbeitsgruppe kennenlernen. Mich haben das Auftreten von Prof. Hartmann und die Arbeitsatmosphäre überzeugt. Deshalb habe mich für die Stelle entschieden.

Wie ist die Verbindung mit Prof. Snyder am Davidson College und dem, in dem Sie arbeiten, zu standen gekommen? Seit wann kooperieren Ihre Labore?

Die Beziehung zwischen Prof. Hartmann und Prof. Snyder besteht schon länger. Sie kennen sich aus der Zeit, als sie zusammen in Berlin am Max-Planck-Institut gearbeitet haben. Als Prof. Hartmann nach Düsseldorf gezogen war, bekam Prof. Snyder die Möglichkeit ein Sabbatical zu machen. Da sie sich schon kannten, beschloss Prof. Snyder nach Düsseldorf zu kommen. So entstand auch die Zusammenarbeit der beiden Labore. In dem Jahr hatte ich gerade mit meiner Promotion an der HHU angefangen. Zwischenmenschlich sind wir von Anfang gut miteinander ausgekommen und wir haben direkt ein Projekt aufgebaut, aus dem die erste gemeinsame Veröffentlichung entstand.

Sie waren drei Monate in den USA. Was ist das Besondere daran mit jemandem zu arbeiten, der selbst auch schon mal an der HHU gearbeitet und geforscht hat?

Das Gute war natürlich, dass wir uns schon kannten. D.h. der Übergang war sehr einfach, da ich schon eine Kontaktperson in den USA hatte. Dadurch, dass Prof. Snyder schon hier an der HHU gewesen war, kannte ich ihre Forschungsprojekte schon und sie wusste wiederum auch, woran ich hier arbeite. Es war also sehr angenehm dort anzukommen, Frau Snyder hat mich sogar vom Flughafen abgeholt, mir alle Professoren des Fachbereichs vorgestellt und den Campus gezeigt.

Können Sie uns ein wenig über Ihr Forschungsprojekt erzählen? Hat es evtl. einen Anwendungsbezug, den Laien verstehen?

Wir sind ein synthetischer Arbeitskreis und arbeiten im Bereich der Polymerchemie. Wir versuchen makromolekulare Substanzen aus der Natur synthetisch mit unseren chemischen Erfahrungen nachzubauen. Das Besondere an dem Austausch mit dem Labor von Prof. Snyder war, dass ich dort an humanen Tumorzellen arbeiten konnte, was meinem Thema entspricht. Wir haben hier die Möglichkeit verschiedene Tests selbst durchzuführen, aber leider verfügt das Institut noch nicht über ein Labor der Sicherheitsstufe 1 und Frau Snyder hat bereits Expertise in der Durchführung solcher Zellstudien. Ich habe Proben aus Düsseldorf mitgenommen, in Davidson dann humane Zellen kultiviert und meine Proben auf ihren Einfluss auf Krebszellen getestet. Wir wollten sehen, ob man unsere Substanzen bspw. dafür verwenden kann bestimmte Tumorzellen anzusteuern. Im Rahmen einer Therapie ist es besonders wichtig gerade nur Tumorzellen ansteuern zu können, eine gewisse Selektivität gegenüber gesunden Zellen muss gegeben sein. Dann kann man sie als Marker in der Diagnostik oder vielleicht sogar in der Krebstherapie verwenden.

Inwiefern profitierte das Projekt von diesem Forschungsaufenthalt am Davidson College? Sind gemeinsame Publikationen zu erwarten?

Mein Aufenthalt am Davidson College hat mir natürlich sehr viele Daten gebracht, die ich gerade noch auswerte. Aber die Ergebnisse zeigen bis jetzt eine positive Anwendung unsere Substanzen als Marker. Wir sind bereits dabei, mit unseren gemeinsamen Daten eine Publikation zu schreiben. 

Gibt es bereits Pläne für einen weiteren Austausch mit dem Labor von Prof. Snyder?

Eine Kollegin, Sophia Boden, wird im Herbst in die USA reisen und auf einem anderen Projekt wieder die Möglichkeit nutzen gemeinsam mit Prof. Snyder mit Humanzellen arbeiten.

Haben Sie Wünsche oder Anregungen, die vielleicht die Zusammenarbeit zwischen der HHU und anderen Forschungseinrichtungen im Ausland bestärken könnten?

Ich fand die Antragstellung und Abwicklung sehr unkompliziert, sehr angenehm. Ich bin sehr zufrieden mit wie alles gelaufen ist und habe keine Wünsche offen. 


Das Interview mit Frau Freichel führte Susana Mogollón im Juni 2018.

Zur Person

Tanja Freichel

Abschlüsse

02/2013
- Bachelor in Chemie, Goethe Universität Frankfurt

03/2015 - Master in Chemie, Goethe Universität Frankfurt

seit 07/2015 - Doktorandin an der HHU am Institut für Organische und Makromolekulare Chemie in der Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Laura Hartmann.

Gemeinsame Publikationen mit der gastgebende Einrichtung:

Freichel, T.; Eierhoff, S.J.; Snyder, N.L.; Hartmann, L.: "Towards Orthogonal Preparation of Sequence-Defined Monodisperse Glycomacromolecules on Solid Support using the Staudinger Ligation and Copper-Catalyzed Click Reactions“ under revision for submission to the Journal of Organic Chemistry 2017 82(18), 9400-9409.

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