Anna Bönner - Doktorandenvertreterin der medRSD

Hintergrund: Anna Bönner ist Doktorandenvertreterin der medRSD und befindet sich derzeit im praktischen Jahr (PJ) ihres Medizinstudiums. Bevor sie sich für ein Medizinstudium an der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf einschreiben konnte, absolvierte sie eine Ausbildung zur Krankenschwester. Nach Vollendung ihres zweiten schriftlichen Staatsexamens konzentrierte sie sich auf ihre Doktorarbeit und im Mai 2015 kam ihre Tochter Johanna zur Welt.

Anna Bönner, Doktorandin der Medizin.Foto: Privat

Akademischer Werdegang
Ich habe eine dreijährige Ausbildung zur Krankenschwester begonnen und habe danach noch zwei Jahre in diesem Bereich gearbeitet. Mit 26 Jahren habe ich mit dem Medizinstudium begonnen. Es hat sich für mich auf jeden Fall gelohnt zu warten. Während des Studiums habe ich in der Chirurgie des St. Martinus Krankenhauses als Krankenschwester gearbeitet.

Warum haben Sie sich für die Medizin entschieden?
Mein Vater ist Hausarzt auf dem Land, das prägt die ganze Familie, als Kind durfte ich auch mal zu Patienten mitgehen. Durch diesen frühen Einblick konnte ich mir diese Tätigkeit für mich immer gut vorstellen. Durch meine Ausbildung hat sich dieser Wunsch weiter bestätigt. 

Worauf haben Sie sich spezialisiert?
Ich kann mir gut vorstellen selber Hausärztin zu werden, weil ich den engen Kontakt zu den Menschen brauche und ich es immer wieder schön finde, wenn man die Patienten und auch deren Familien besser kennenlernt. Aus diesem Grundhabe ich als Wahlfach im praktisches Jahr das Fach Allgemeinmedizin gewählt. So habe ich die Chance vier Monate in einer Hausarztpraxis zu arbeiten. Dort werde ich dann merken, ob dieses Gebiet etwas für mich ist oder ob ich doch etwas Anderes mache. Ich könnte mir beispielsweise auch den Bereich der Endokrinologie vorstellen, weil ich in meiner Doktorarbeit zum Thema Diabetes forsche. Dieses Feld wäre dann zwar etwas spezieller. Ich möchte mein praktisches Jahr jetzt nutzen, um mir selber darüber Klarheit zu verschaffen.

Wie ist das Medizinstudium aufgebaut? Welche Stationen muss ein Student durchlaufen?
Ich habe noch nach der alten Prüfungsordnung studiert. Dort hatte ich vier Semester Vorklinik. Man lernt die Grundlagen in den Bereichen Biologie, Physik, Biochemie, Anatomie und Physiologie. Diese Grundlagen benötigt man, um zu verstehen, wie die Abläufe im Körper geschehen, warum und wie Medikamente wirken, und wieso eine Krankheit einen bestimmten Verlauf nimmt. Darauf folgt die Physikumsprüfung, bei der diese Fächer als erstes Staatsexamen abgefragt und bewertet werden.  Danach beginnt die Klinik, bei der man anfängt Patientenkontakt zu haben, die eigentliche Krankheitslehre. Nach diesen vier Jahren kann das zweite Staatsexamen absolviert werden. Ich habe den schriftlichen Teil des zweiten Staatsexamens absolviert und dann ein Jahr Babypause eingelegt. Im Mai diesen Jahres habe ich mit meinem praktischen Jahr begonnen. Das entspricht dem Anerkennungsjahr in einer Klinik, in dem man noch keine Verantwortung trägt, aber bei dem man lernen soll, als Arzt tätig zu sein. Zunächst werde ich vier Monate in einer Praxis tätig sein, danach vier Monate in der Klinik in der inneren Medizin und dann noch einmal vier Monate in der Chirurgie. Darauf folgt mein mündliches Staatsexamen. Nebenbei versuche ich meine Doktorarbeit fertig zu schreiben.

Welche Erfahrungen haben Sie mit der MedRSD gemacht und wie empfinden Sie die Mitgliedschaft dort?
Ich fand es immer gut dort Mitglied zu sein, da ich die Struktur dort als Vorteil empfinde. Es werden offizielle Vereinbarungen mit dem Doktorvater festgehalten, die zu einer Sicherheit und Verbindlichkeit führen. Das Punktesystem ist letztendlich auch gut um Softskills zu erlangen, die einem im Studium helfen und bei der wissenschaftlichen Arbeit unterstützen. Besonders gut hat mir das Angebot zur Literaturrecherche geholfen. Außerdem habe ich einen Vortrag auf dem Doktorandenkongress gehalten. Das fand ich sehr gut, da ich dort die Chance bekommen habe in einem kleinen Rahmen Sicherheit beim Vortragen zu erlangen. 

Sie sind Promovierendenvertreterin der MedRSD. Was genau sind Ihre Aufgaben dort?
Ich fand es schön, auch mal etwas zurückgeben zu können und die Möglichkeit zu haben sich zu engagieren und Dinge mitzugestalten und zu verändern.

Wie lässt sich das Studium mit einem Kind vereinbaren? 
Ich denke es kommt auf den Zeitpunkt an. Bei mir stand das praktische Jahr an und ich konnte noch während meiner Schwangerschaft mein schriftliches Staatsexamen absolvieren. Ich bin dann zwar nicht direkt ins praktische Jahr gegangen, habe aber angefangen an meiner Doktorarbeit zu schreiben. Danach habe ich ein Jahr Pause gemacht. Jetzt gehe ich ins praktische Jahr und natürlich ist es mit einem Kleinkind schwieriger. Da mein Mann voll berufstätig ist, wird mein Kind vorzeitig in eine Betreuung kommen. Unter anderen Umständen hätte ich mir wahrscheinlich noch ein Jahr lang Zeit genommen. Ansonsten empfand ich es als gut vereinbar mit dem Medizinstudium. 

Was sind Ihre Wünsche für die Zukunft?
Ich wünsche mir, dass das praktische Jahr erfolgreich wird. Schade finde ich, dass ich keinen Betreuungsplatz in der Universität bekommen habe. Nach dem praktischen Jahr könnte ich mir vorstellen ein zweites Kind zu bekommen oder erst einmal eine Teilzeitstelle zu beginnen. Außerdem werde ich meine Doktorarbeit beenden. 

 

Das Interview führte Mareike Schulz im Mai 2016.

 

 

Zur Person

Anna Bönner

Abschluss:
2009-2014 Schriftliches Staatsexamen 

Seit 2016 Praktisches Jahr 

Mündliche Prüfung voraussichtlich Juni 2017

Thema der Dissertation:
"Vergleich der Effekte der oralen Aufnahme von gesättigten und ungesättigten Fettsäuren auf die Insulin-stimulierte Glukoseaufnahme bei gesunden, normalgewichtigen Menschen"

Arbeitsgruppe:
Professor Dr. Michael Roden, Institut für Klinische Diabetologie und Institutsleiter des undefineddeutschen Diabeteszentrum, HHU.

Zusätzliche Informationen:
undefinedmedRSD Mitglied

Stipendium der undefinedKV Nordrhein zum PJ- Wahltertial Allgemeinmedizin 

Verantwortlich für den Inhalt: Junior Scientist and International Researcher Center